Die Mühen des reflektiven Denkens

Anstoßen statt Anordnen, so könnte man Ansatz auf den Punkt bringen, der inzwischen vielfach wissenschaftlich belegt ist. Basis ist die in der Psychologie gängige Unterscheidung von zwei kognitiven Systemen aus, die das Entscheiden und Handeln beeinflussen: dem reflektiven und dem automatischen Denken. Im Alltag: der Patient sitzt in der Praxis und das Gespräch appelliert an das reflektive Denken: logische Gründe für die Änderung der Ess- und Bewegungsgewohnheiten von Diabetes-2-Patienten (LINK). Der Patient denkt mit und nickt. Im späteren Alltag jedoch trifft er die meisten Entscheidungen mit dem automatischen Denken: altbekannte Routinen, Präferenzen und Muster gewinnen.

Nudge = Verhalten auf unbewusster Ebene lenken

Hier setzt der Nudge-Workshop an, den das Braincheck Team für die Pharma-Veranstaltungsprofis von FacetoFace gestalteten. Einen „Nudge“ könnte man mit einem „Schubs“ oder „Anstoß“ übersetzen. Der Kern: Menschen ihre Entscheidungsoptionen so zu präsentieren, dass sie sich von alleine entscheiden, das „Richtige“ zu tun. Bekannt wurde es durch das Buch von Richard Thaler. Erste Ansätze davon verarbeitete das Braincheck Team im Buch „Denken lernen“.

Was bisher fehlte, waren konkrete Ansätze für die medizinische Kommunikation. Auf Basis der Versuchs-Daten vom britischen NHS und schwedischen Agenturen  entwickelte das Team diese alltagstauglichen Interventionen. Die Workshopreihe startete im Frühjahr 2015 und wird in 2016 weiter geführt.